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In Brasilien,Witmarsum, Paraná, von August 1953 bis Dezember 1965

Vorwort:

Im Kreis Palmeira (Bundesstaat Paraná) gelegen, wurde die Siedlung Colônia Witmarsum im Juli 1951 von Mennoniten, welche aus dem Ort Witmarsum (Bundesstaat Santa Catarina) wieder auswanderten, gegründet.
Die Mennoniten in Witmarsum, Palmeira, gehören zu den deutsch-russischen, ursprünglich aus Friesland stammenden Mennoniten. Sie waren im 18. Jahrhundert durch Preußen nach Russland und in die Ukraine ausgewandert, von wo sie 1929 vor dem Kommunismus flohen. 1930 kamen sie nach Brasilien, wo sie, im Anschluss an eine Zeit in Witmarsum (Santa Catarina) die Siedlung „Colônia Witmarsum“ (Paraná) gründeten. Mit der Unterstützung nordamerikanischer Mennoniten war es ihnen gelungen, am 7. Juni 1951 das Landgut „Fazenda Cancela“ zu erwerben.
Sie erstreckt sich über eine Fläche von ca. 7800 Hektar und hat etwa 1500 Bewohner. Fünf Dörfer, von Nr. 1
bis 5 benannt, liegen im Kreis um das kommerzielle und soziale Zentrum, welches an Stelle des ursprünglichen Zentrums der Fazenda Cancela erbaut ist.
Die ökonomische Grundlage liegt in der Land- und Viehwirtschaft, besonders in der Erzeugung von Milchprodukten. Unter anderem werden für die Fleischgewinnung auch Schweine und Hähnchen gezüchtet,
und es werden Sojabohnen und Mais angebaut. Quelle: Wikipedia

Im August 1953 landet das Flugzeug mit den Richert`s auf dem Flughafen in Curitiba, Brasilien. Dort wohnen sie ca. einen Monat bei Lena und Jakob Wiebe. Im Sept.1953 ziehen sie weiter nach Witmarsum,
im Bundesstaat Paranà.
Witmarsum besteht aus 4 Dörfern, welche logischerweise die Nummern 1-4 haben. Später kommt noch ein fünftes Dorf hinzu.
In Witmarsum entsteht zu dieser Zeit eine neue Siedlung und Grundstücke sind noch frei. Zuerst wohnen sie für längere Zeit zur Miete in Dorf Nr. 3. Danach wird es etwas kompliziert.

Ihr Schwager Jakob Wiebe hat in Dorf Nr. 4 zwei Grundstücke. Auf einem steht ein Haus. Dieses Haus kaufen Peter & Tina Richert,
bauen es ab und auf ihrem Grundstück wieder
auf, ebenfalls in Dorf Nr. 4.
Das nötige Geld bekommen sie von der
Banco do Brasil.
Nach einiger Zeit bekommen sie von Deutschland einen Lastenausgleich und kaufen sich davon ein anders Grundstück von einem Dr. Dück, wieder
in Dorf Nr. 3.

Das Haus der Richert´s in Dorf Nr. 3

Ihr Haus in Nr. 4 wird wieder abgebaut und auf  dem neuen Grundstück in Nr. 3 aufgebaut.

Das Grundstück in Nr. 4, welches ihnen noch nicht ganz gehört, wird von einem anderen Käufer übernommen. Alles klar?

Haustransport in Witmarsum

Viehbestand der Familie Richert

Die ersten Gottesdienste werden in einer Scheune oder Schuppen abgehalten. Später werden zwei neue Kirchen in Witmarsum gebaut.

Ihren Unterhalt bestreitent die Familie durch Milchwirtschaft. Die Milch verkaufen sie wie, viele andere auch, für einen langen Zeitraum an die Kooperative in Witmarsum.

Die Scheune für den Gottesdienst

Liese, Erna & Heinrich Richert

Die neue Kirche der Mennoniten - Brüdergemeinde

Die Mennoniten in Witmarsum bestehen zu dieser Zeit aus zwei Gemeinden. Einmal die Evangelische  Mennoniten Gemeinde (EMG), dann
die Mennoniten Brüdergemeinde (MBG), der auch
Peter & Tina Richert mit Familie angehören.
Die Glaubensrichtung ist identisch. Der Gottesdienst und die Taufe weichen voneinander ab.
Auch sonst gibt es einige Unterschiede.

Der Einweihungsgottesdienst 1961

Heinrich & Liese Richert gehen in 
Witmarsum nicht mehr zur Schule
Erna Richert wird im Jahr 1959 in
die Fritz-Kliever-Schule eingeschult,
wo sie bis zum Schluss ihres Brasilienaufenthaltes 1965 bleibt.

Bis 1957/58 teilen sich beide Gemeinden einen Raum für ihre Gottesdienste. Zu diesem Zeitpunkt beginnt die Mennoniten Brüdergemeinde mit dem Bau ihrer neuen Kirche, womit für sie der gemeinsame Gottedienstraum überflüssig wird.
Diese wird 1961 eingeweiht.
Die Mennoniten Gemeinde baut deshalb später ebenfalls eine neue Kirche.

Die Schule wird am 22. März 1959 eingeweiht und erhält zu Ehren des Gründer den Namen FRITZ KLIEWER (+1956). Im selben Jahr erhalten auch die oberen Klassen (5.-8.) die staatliche Anerkennung.
Der Schulbau wurde zum größten Teil durch Eigenleistung (Scharwerk) und Finanzierung durch
die Kooperative ausgeführt. Vorher wurden die Schüler sieben Jahre lang in Behelfsräumen unterrichtet
Text: Witmarsum in vier Jahrzehnten 1951-1991

Im Jahr 1962, noch vor der Hochzeit seiner Schwester, lernt Heinrich Richert in der Bibelschule von Bagè seine spätere Frau Almuth Penner kennen. Der Mädchenname ist rein zufällig der gleiche wie der von seiner Mutter
Tina. Er kommt in Brasilien oft vor.

Liese, Peter, Erna, Tina & Heinrich Richert ca.1960
in Witmarsum vor Walter & Anna Koop´s Haus.

Liese Richert und Hermann Warkentin heiraten am 06.Juli 1962 in Witmarsum,
wo sich beide kennen gelernt haben, denn
er wohnt ebenfalls dort.

Almuth Penner & Heinrich Richert mit
Hermann & Liese Warkentin

Hermann und Liese haben später vier Kinder, drei Töchter und einen Sohn.  Drei Kinder werden in Brasilien, eins in Deutschland geboren.

Im Jahre 1963, entschließen sich einige Familien, darunter auch die Richert`s, ihre Milch nicht mehr an die Kooperative
zu verkaufen. Mit einem Lastwagen wird die Milch jeden Tag nach Curitiba zur Milchfabrik gebracht.
Dort darf die Milch nur einen bestimmten Fettgehalt haben. Also muss sie vorher gemessen werden, um danach gegebenenfalls den Rahm abzuschöpfen. Daraus wird dann Butter hergestellt und extra verkauft.

Hermann & Liese Warkentin mit ihren Kindern
Margit, Adeline & Bernd

Am 08. Februar 1964 heiraten Heinrich Richert & Almuth Penner in Curitiba, wo Almuth mit ihrer Familie wohnt.
Sie haben später drei Kinder, alles Mädchen. Ein Kind wird in Brasilien, zwei in Deutschland geboren.

Curitiba, 08. Februar 1964

Heinrich & Almuth Richert
geb. Penner

Almuth Richert, geb. Penner mit Tochter Cristina
in Brasilien, 1965

Im Oktober 1965  entschließen sich die Richer´s noch einmal alles aufzugeben, um dann endgültig nach Deutschland zu ziehen, denn die deutsche Staatsbürgerschaft besitzen ja fast alle.

Heinrich  und Almuth Richert mit Tochter Cristina schließen sich an. Hermann und Liese Warkentin mit ihren Kindern bleiben zunächst in Witmarsum.

Peter & Tina Richert verkaufen ihr Haus und Hof  an eine Melitta Kliever und verlassen mit Tochter Erna Ende November im gleichen Jahr Witmarsum. Auf einem LKW fahren sie noch einmal nach Curitiba. Dort wohnen sie drei Tage bei Lena und Jakob Wiebe, Peter Richert´s Schwester mit Ehemann.

Mit dem Bus fährt die Familie dann nach
Santos, wo alle einige Tage in einem Hotel 
wohnen.

Heinrich Richert fährt mit Familie und Almuth´s Mutter in einem anderen Bus von von Curtiba nach Sao Paulo zu Verwandten. Von dort fahren die Richert´s nach Santos, Almuth´s Mutter weiter nach Rio.
Beide Richert Familien treffen in Santos wieder aufeinander.

Am 01. Dezember 1965 gehen dort alle an Bord der Cabo San Roque und legen ab.
Eine Familie Rempel aus Witmarsum ist ebenfalls dabei.

In Rio legt das Schiff am 02. Dezember 1965 zum ersten mal an und alle gehen an Land.
Dort werden werden sie von Almuth´s Familie empfangen und verabschiedet.

Im Hafen von Rio de Janeiro, von links nach rechts:
Bruder Heinz Penner, Schwester Serena Wiebe, geb. Penner,
Almuth, Heinrich & Cristina Richert, die Mutter Liese Penner,
geb. Ekk und Schwester Irma Penner.

Von Rio aus geht die Reise über Teneriffa, (Spanien) nach Lissabon, (Portugal)wo sie
ihren dritten Landgang haben.

Tina & Erna Richert kurz vor der Abreise in Santos, Brasilien.
Rechts die Tochter der Familie Rempel

In der Altstadt von Lissabon

An Bord der
“Cabo San Roque”

Von Lissabon aus geht die Reise über Algeciras, Mallorca und Barcelona, (alles Spanien) bis nach Genua. (Italien)
In Genua gehen sie am 10. Dezember 1965 von Bord ihres Schiffes und übernachten dort für eine Nacht im Hotel, bevor sie mit dem Zug über die Schweiz nach Deutschland reisen.

Die Krönung der Kreuzfahrt
Die beiden Transatlantik-Schiffe „Cabo San Roque” und „Cabo San Vincente” sind in ihrer Glanzzeit nicht nur der Stolz der spanischen Seefahrt gewesen, sondern galten als Pioniere der iberischen Kreuzfahrt.

Ein halbes Jahrhundert ist es her, da bedienten sie die Strecke Genua (Italien) – Buenos Aires (Argentinien) und verbanden auf diese Weise Mallorca direkt mit dem lateinamerikanischen Kontinent. Auf der Route, die auch Marseille, Barcelona, Cádiz, Lissabon, Teneriffa, Rio de Janeiro, Sao Paulo und Montevideo berührte, waren die Reisenden zwei Wochen unterwegs.
Das erste der beiden Schwesterschiffe, die „Cabo San Roque”, die in den 1950er Jahren in der Staatswerft in Galicien errichtet worden war, stattete Palma 1957 den Erstbesuch ab. Zuvor war das 170 Meter lange Schiff von der Ehefrau General Francos
getauft worden.
Die Schiffe verfügten über modernsten Komfort – der damals „amerikanisch” genannt wurde – wie etwa Klimaanlagen.
Die Innenausstattung ob-lag dem italienischen Nautikarchitekten Gustavo Pulitzer, der schon in den 1930er Jahren Dampfer wie die
„Conte di Savoia” in glamouröse Stilikonen verwandelt hatte, wie der Seefahrtsexperte von „Ultima Hora”, Gabriel Alomar, schreibt.
Das Luxusleben an Bord währte bis zum Ölschock der 1970er Jahre. Auch die Konkurrenz durch das Flugzeug raubte den Transatlantik-Schiffen Passagiere. Die „Cabo San Roque” wurde 1976 an Kuba verkauft und 1982 in Barcelona verschrottet.
Die „San Vincente” ging 1977 nach Indien, wo sie als Frachter diente, bis sie 1985 das Schicksal ihres Schwesterschiffes teilte.
Quelle: http://mallorcamagazin.com